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Monat

Juli 2005

Wenn nur telefonieren zu wenig ist

Wenn nur telefonieren zu wenig ist

 

MOBILTELEFONE Wenn ein neues Handy her soll, dann heisst es zunächst meist: «Ich will ja nur telefonieren können damit.» Weil aber jeder erfüllte Wunsch augenblicklich Junge kriegt, zeigen wir hier, was heutige Handys sonst noch so können.

  • Eten M500
  • Nokia 7280
  • RIM Blackberry 7290
  • SonyEricsson K750i
  • Palm Treo 650
  • Treo 650
  • Swisscom Comfort

 

Skype und VoIP: Gebührenzähler ausgetrickst

Gebührenzähler ausgetrickst

SKYPEN UND VOIPEN Per Internet kann günstiger und komfortabler telefoniert werden.

VON PETER WOLF

Niemand wird in zehn Jahren mehr fürs Telefonieren zahlen», verkündete Niklas Zennström, Chef des Internettelefon-Dienstes Skype, letzte Woche im CASH-Interview. Tatsächlich kann man heute bereits mit einem Computer und entsprechender Software gratis telefonieren, solange das Gespräch am anderen Ende ebenfalls auf einem PC landet.

Aber auch Auslandsgespräche auf ein Fixnetztelefon werden massiv günstiger, wenn sie den langen Weg ins ferne Ausland durch den Cyberspace zurücklegen und erst im Ankunftsland ins lokale Festnetz eingespeist werden. Der Anrufer muss dann nur diese Kosten übernehmen, was bei Skype je nach Land um bis zu 70 Prozent günstiger ist als übers konventionelle Telefonnetz.

Selbst für lokale Gespräche lohnt es sich, den Computer zum Telefonieren zu nutzen. Dann zwar nicht wegen der Preisersparnis, sondern wegen des Komfortgewinns. Das integrierte Telefonbuch verbindet einen nicht nur auf Mausklick mit dem Gesprächspartner, es zeigt auch an, ob er überhaupt vor seinem PC sitzt und online ist. Denn für die Internettelefonie brauchts einen Breitband-Internetzugang sowie Software und am besten einen Kopfhörer mit Mikrofon.

Skype ist zwar nicht die einzige, aber die führende Anwendung für die Internettelefonie. Das Programm wurde bereits 132 Millionen Mal von http://www.skype.com heruntergeladen. Die Chancen sind also gross, dass einige Bekannte das Programm ebenfalls einsetzen. Nicht nur Private, auch Firmen können mit der Internettelefonie massiv Geld sparen. Für wenige hundert Franken gibts eine Telefonzentrale, an die sich die normalen Telefonapparate anschliessen lassen. Bei jedem Anruf schaut die Anlage selbsttätig, ob sie das Gespräch per Internet weiterleiten kann, ohne dass die Anrufer dazu beitragen müssen. Diese Anschaffung kann sich sogar nicht nur für Firmen mit Auslandsniederlassungen lohnen, sondern auch für Familien mit plapperndem Nachwuchs (den Epigy Quadro 2X für Kleinstunternehmen bis zu vier Mitarbeitern gibts für 500 Franken, eine Version für bis zu 15 Mitarbeiter kostet 2200 Franken).

Seit kurzem ist auch das Problem gelöst, wie sich Festnetznummern mit ins Internet nehmen lassen. Unter http://www.swissenum.ch oder bei http://www.enumschweiz.ch kann man seine eigene Telefonnummer in eine Internetadresse übersetzen lassen. Unter dieser ist man dann überall erreichbar, wo man online ist.

Vorläufig braucht es für die Internettelefonie noch einen Computer, aber wer genügend Geduld hat, kann die entsprechende Software bereits heute auf einem PDA installieren und von einem Wlan-Hotspot aus voipen (VoIP = Voice over IP, IP ist das Internetprotokoll). Auf Ende Jahr werden dann die ersten Handys (unter anderem von Motorola und Nokia) auf den Markt kommen, die sich einerseits mit dem Mobilfunknetz und andererseits mit Wlan verstehen. Die Zahl der kostenlosen Hotspots steigt ständig an, sodass vor allem in Ballungszentren das Telefonieren deutlich billiger wird – wenn man sich nur an den richtigen Orten aufhält.

 


Eintrittskarte ins mobile Internet

Überall ausser im Büro sein und gleichzeitig im Internet, das tönt verlockend.

Zwar konnte man sich schon früher mit Laptop und Handy auf eine Wiese setzen und per Mobiltelefon den Cyberspace kontaktieren. Bloss war diese Art der Datenübermittlung langsamer als die Schnecken, die einem durchs Blickfeld huschten, während man müden Auges auf dem Bildschirm das Eintrudeln der Mails beobachtete.

Erst die Unlimited-Karte von Swisscom Mobile machte den Internetzugang schnell und einfach. Sie ist eine Art sehr flaches UMTS-Handy, das man in den Kartenschlitz des Notebooks schiebt. Die mitgelieferte Software sorgt dafür, dass der Kontakt mit dem Internet nie abreisst.

Zwar mit unterschiedlicher Geschwindigkeit, je nachdem, ob ein Wlan (bis 2 MBit/s), UMTS (max. 384 KBit/s) oder nur GPRS (50 KBit/s) erreichbar ist – aber man ist doch immer drin, ohne sich dauernd neu verbinden zu müssen.

Das schnelle UMTS gibts allerdings nur in Ballungszentren. Edge ist zwar ein bisschen langsamer (rund 200 KBit/s), dafür überall dort verfügbar, wo man Swisscom-Empfang hat. Darum gibts ab sofort eine weitere Unlimited-Karte: Statt UMTS bietet sie Edge, zudem ist sie deutlich kleiner, sodass sie beim Versorgen im Laptop verbleiben kann, ohne dass sie abbricht.

Die neue Softwareversion versteht sich nun endlich auch mit dem eigenen Wlan zu Hause oder im Büro. Und was der Hersteller zwar nicht ausdrücklich empfiehlt, aber in unserem Test mit drei verschiedenen Laptops funktioniert hat: Man kann dieselbe Software für beide Karten verwenden! Das heisst: In den Städten surft man mit dem schnelleren UMTS, überall sonst mit Edge.

Bei unseren Testfahrten vom Tessin nach Zürich bzw. von Davos nach Zürich funktionierte das tadellos und unterbrechungsfrei mit 80 bis 180 KBit/s. Selbst im Gotthardtunnel waren es immer um die 100 KBit/s.

Die Unlimited-Karten für Windows kosten je 99 Franken bei zwölf Monaten Vertragsdauer. Zur Grundgebühr für die verwendete SIM-Karte kommen noch 79 Franken pro Monat dazu (für Studenten 29 Franken). Darin ist ein Gigabyte Datenverkehr pro Monat inbegriffen. Was darüber hinaus heruntergeladen wird, kostet extra.

Unlimited-EdgeKarte, 99 Franken, http://www.swisscommobile.ch. ★★★★★

Internationale Hilfe in der eigenen Sprache

Internationale Hilfe in der eigenen Sprache

HELPLINES Über Probleme redet man lieber in einer Sprache, die einem geläufig ist und in der man sich gut ausdrücken kann. Das gilt nicht nur für zwischenmenschliche Beziehungen, sondern auch für solche zum PC.

VON PETER WOLF

Wenn man schon nicht genau weiss, wie man beschreiben soll, dass der PC nicht das tut, was man von ihm erwartet (und worin diese Erwartung genau besteht), dann ist es hilfreich, wenn man wenigstens so darüber reden kann, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Dessen ist sich auch Stefan Buess von der BNS Group bewusst, die von Biel aus die offizielle MicrosoftSupport Hotline betreibt und für diverse ADSL-Anbieter und Gerätehersteller den Telefonsupport übernimmt: «Viele Schweizer können sich auf Hochdeutsch weniger gut artikulieren, geschweige denn auf Englisch. Zudem gibts von vielen Programmen und Geräten lokale Versionen, das fängt schon bei den Umlauten auf der Tastatur an.» Nicht zuletzt ist der Firmensitz deswegen in Biel, weil man dort auch leichter zweisprachige Mitarbeiter findet. Viele seiner 280 Agents sind bilingue, und er kann auch mit Deutsch und Italienisch dienen. «Firmen, die Wert auf den Schweizer Markt legen, wollen auch Support in der Landessprache bieten», sagt BNS-Geschäftsführer Stefan Buess. Doch so ein Service ist nicht billig, und daher lagern viele internationale Firmen ihre gesamte Hotline in ein Billiglohnland aus. Der Ratsuchende wählt zwar eine lokale Telefonnummer, wird aber an die zentrale Hotline verbunden, wo er dann radebrechend seine Probleme mit einem Produkt schildert und sich abmüht, die Englisch gesprochenen Anweisungen zu verstehen.

Umso erstaunlicher ist, dass es auch umgekehrt geht: T-Systems betreibt aus der teuren Schweiz eine zentrale mehrsprachige Helpline für internationale Firmen. Die Anrufer merken gar nicht, dass sie mit ihrer Anfrage in Zollikofen BE landen. Sie wird in der jeweiligen Sprache des Anrufers beantwortet. Weil alle Supporter beieinander sitzen, können sie als Krankheitsvertretung einspringen, Synergien nutzen und Erfahrungen schnell austauschen.

Vielsprachige sind in der Schweiz einfacher zu finden

Kommunikationsleiter Daniel Hinz sieht für Zollikofen einen grossen Standortvorteil: «In der Schweiz, vor allem nahe der Sprachgrenze, ist es viel einfacher, mehrsprachige Mitarbeiter zu finden. Auch der hohe Bildungsstandard kommt unserem Qualitätsanspruch entgegen.»

Nikolaos Balomatis, Basler aus Thessaloniki, fand bei T-Systems seinen Traumjob: «Ich habe mir schon immer gewünscht, mit meiner Muttersprache zu arbeiten.» Er war vorher Field Supporter in einer Basler Chemiefirma, besass also PC-Erfahrung. Jetzt kann er nicht nur auf seinem PC zu Hause mit Windows auf Griechisch arbeiten, sondern auch während der Arbeit, wenn er einem Athener Agfa-Mitarbeiter telefonisch bei einem Computerproblem hilft. «Manche Ausdrücke muss ich zwar im Lexikon nachschlagen – aber wichtig ist, dass man die Ratsuchenden in ihrer Sprache bedienen kann. Händchenhalten gehört eben auch zu meinen Aufgaben.» Manchmal müssen Helpdesk-Mitarbeiter aber auch im Ausland gefunden werden: Frido Romeijn aus Antwerpen wurde nach dem Studium von einem Freund nach Zollikofen geholt. Er hilft nun den Agfa-Angestellten auf Niederländisch und Belgisch weiter.

Aktuell werden 9 Sprachen angeboten, jeder Helpdesk-Mitarbeiter beherrscht mindestens drei Sprachen, Teamsprache ist Deutsch, wenns schnell gehen muss aber auch Englisch. Fatima Sanchez aus Bern beherrscht gar sechs Sprachen: Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Italienisch, Englisch und Deutsch. Sie ist eine von den guten Seelen, die einem Vorwerk-Mitarbeiter mit Computerproblemen weiterhelfen. Dabei muss sie nicht nur auf die jeweilige Sprache, sondern auch auf die Mentalität umschalten: «Deutsche sind manchmal distanziert und kommen schnell auf den Punkt. Italiener sind spontan, Spanier locker und spassig, Franzosen fordern viel und sind heikel, wenn sie einen Akzent bemerken.» Aber eben: «Die Leute mögen unterschiedlich sein, ihre PC-Probleme sind überall die gleichen.»

 

 

 

 

 

 

 

Kompakte Orientierungshilfen

Kompakte Orientierungshilfen

NAVIGATION UND ROUTENPLANUNG Hilfe aus dem Cyberspace und dem Weltall.

VON PETER WOLF

Wer mit Atlas und Strassenkarte seine liebe Mühe hat, weil er früher im Geografie-Unterricht lieber aus dem Fenster schaute, darf dieser Gewohnheit treu bleiben und weiterhin Fenster anschauen – auch wenn es sich dieses Mal um solche auf Computermonitoren handelt.

  • TomTom Go
  • wayfinder.com
  • navigon.ch
  • 66.com/route66
  • Doodle

 

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