Ohne Fotoecken und Kanten

DIGITALBILDER Programme zum Bearbeiten, Ablegen, Präsentieren und Wiederfinden von Bildern.

VON PETER WOLF UND PASCAL ZEMP

Früher quollen die Schuhkartons über mit Fotos und Negativen – heute sinds die Festplatten. Am grundlegenden Problem mit Ablage und Ordnung hat sich also auch im Zeitalter der Digitalfotografie nicht viel geändert. Ausser dass mittlerweilen Software existiert, die dabei helfen kann.

Dass mit Digicams heute ein Mehrfaches an Bildern geschossen wird als früher auf Film, bedeutet nicht, dass die Ausbeute auch um dieses Vielfache besser ist. Im Gegenteil: Weils ja kein Material kostet, wird einfach mal wild drauflosgeschossen. Löschen kann man die schlechten Fotos später ja immer noch.

Diese Grundhaltung trägt ebenfalls zum Anwachsen des Datenbergs bei. Daher muss zuerst mal alles Unbrauchbare entfernt werden. Sowohl bei iPhoto als auch bei Picasa blättert man dazu mit den Pfeiltasten durch die vorhandenen Fotos und befördert die unscharfen oder missglückten mit der Löschtaste in den Papierkorb.

Nach dem Aussortieren unbrauchbarer Bilder gehts dann ans Bearbeiten derjenigen, die der Nachwelt erhalten bleiben sollen: Drehen: Liegende Bilder sollten aufrecht gestellt werden. Auch das geht in der Regel mit Tastenkombinationen. Es lohnt sich, diese auswendig zu lernen.

Schneiden: Selbst langweilige Bilder gewinnen durch Konzentration aufs Wesentliche.

Schärfen: Vorsicht – nicht übertreiben, sonst siehts unnatürlich aus. Und wirklich unscharfe Bilder lassen sich damit nicht mehr retten.

Rote Augen korrigieren: Die meisten Programme bieten dafür einen speziellen Menüpunkt an. Aber besser wärs natürlich, man hätte bereits beim Fotografieren den Vorblitz verwendet, der dafür sorgt, dass sich die Pupillen schliessen.

Grösse bearbeiten: Reduzieren Sie die Dateigrösse, bevor Sie Bilder per E-Mail verschicken, indem Sie die Abmessungen des Fotos verringern oder bei JPG-Bildern eine stärkere Kompressionsstufe wählen. Diese Operation hat dann allerdings einen Einfluss auf die Bildqualität.

Nebst den hier vorgestellten iPhoto und Picasa sind auch die Gratisprogramme GraphicConverter (für Macintosh, http://www.lemkesoft.com) und IrfanView (für Windows, http://www.irfanview.de) sehr empfehlenswert. Einen abgespeckten Photoshop von Adobe (Photoshop Elements 3.0) gibts für 130 Franken (Macintosh und Win).


iPhoto für Mac

iPhoto macht mit Bildern das, was iTunes mit Musik macht. Die Software ist leicht zu bedienen, enttäuscht aber Benutzer nicht, die professionelle Ansprüche an Retouchen und Ausgabemöglichkeiten stellen. Wenn man die Bilder in der Übersicht verkleinert, kann man flugs über sein bebildertes Leben fliegen, Fotos für Diaschauen zusammenstellen, direkt Papierabzüge oder bei Apple qualitativ hochwertige Fotobücher bestellen. Backup-CD für Archiv und DiaschauDVD für den Fernseher vom Grosi sind nur einen Klick weit weg. iPhoto liegt jedem Mac gratis bei, kann aber auch für 109 Fr. bestellt werden. Man kann Apple nur eines vorwerfen: dass iPhoto nicht analog zu iTunes auch für Windows-Benutzer verfügbar ist. http://www.apple.com/chde/iphoto


Picasa für Windows

Das Gratisprogramm stöbert nicht nur sämtliche Bilder auf der Festplatte auf, wenn ein voller Fotoapparat mit dem PC verbunden wird, importiert es alle neuen Bilder. Und nur diese, sodass doppelt abgelegte Dateien der Vergangenheit angehören. Gleich beim Importieren, aber auch später noch können liegende oder Kopf stehende Bilder gedreht werden, zudem lassen sie sich zuschneiden, von roten Augen befreien und mit Effekten verzieren. Backups oder Geschenk-CD mit ausgewählten Bildern sind einfach gebrannt. Sehr schön ist die Zeitachse, entlang derer man sich bewegt und mit der man die Fotos chronologisch geordnet wiederfindet. Ausserdem kann man jedem Bild diverse Etiketten verleihen, nach denen sich auch suchen lässt. http://www.picasa.com